Nachlese: Weihnachtskonzert des Franz-Meyers-Gymnasiums

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Nein, es waren nicht die Fischer-Chöre, die sich am 18. Dezember 2013 abends gegen 20.30 Uhr zum Schluss des Weihnachtskonzerts des Franz-Meyers-Gymnasiums mit der „Petersburger Schlittenfahrt“ von den Gästen in der bis über den letzten Platz hinaus besetzten Meerkamper Kirche verabschie- deten, sondern es waren die über 100 Akteurinnen und Akteure unserer Schule, die dieses Konzert erfolgreich gestalteten. Lampenfieber hatten in diesem Augenblick alle, da dieses von allen Mitwirkenden gemeinsam vorgetragene Abschlusslied zuvor nicht eingeübt werden konnte.

Peter Fett, Organisator, Conférencier, musikalischer Leiter sowie aktiver Musiker, und Anja Geuthe, die den Unterstufen- und EF-Kurs-Chor des FMG betreut, hatten zuvor in wochenlangen Proben mit allen Gruppen ein anspruchsvolles Programm erstellt, das an diesem Abend die verschiedensten Bögen, ob musikalische, geografische oder epochale, schlug.

Das Publikum erfreute sich mal an bewegten, mal an heiteren Weihnachtsliedern, indem es dem vom Unterstufenchor gesungenen berühmten Rudolf, the red-nosed Reindeer, folgte oder Antonín Dvořáks bekannte Humoreske, vorgespielt vom Lehrertrio, durch leichtes Fuß- oder Händewippen im Takt begleitete.

Der Bläserkreis trug als ältestes Werk des Abends Bachs barocke „Gavotten“, alte Hoftänze, vor; der Q2-Kurs präsentierte mit John Lennons Antikriegs- und Weihnachtslied „Happy Christmas“ und Funs „Some nights“ Lieder der 70er-Jahre und der aktuellen Gegenwart. Mit dem vom EF-Kurs fröhlich und klangvoll vorgetragenen Weihnachtslied „Mele Kalikimaka“ wurde der wohl außergewöhnlichste geografische Ausflug gewählt: Mele Kalikimaka – der hawaiische Gruß: frohe Weihnachten.

Die noch sehr jungen Musikerinnen und Musiker (der jüngste Gastspieler ist erst sieben Jahre alt), aber auch die erfahrenen älteren Schülerinnen und Schüler beherrschten ihre Instrumente auch bei schwierigeren Passagen sehr sicher. Die Sänger und Sängerinnen begeisterten mit ihren kräftigen – hier ist besonders der Unterstufenchor hervorzuheben – und klangsicheren Stimmen, wie der EF- und Q2-Kurs dies eindrucksvoll bewiesen.

Diese fröhliche Stimmung übertrug sich auf das gesamte Publikum, das einen stimmungsvollen Abend erleben durfte.

Der Schulleiter, Herr Bruder, bedankte sich abschließend im Namen der Schulgemeinde für das schöne Konzert, bezog in seinem Dank auch Frau Boeken ein, die wie in jedem Jahr durch die Herrichtung der Kirche Sankt Mariä Himmelfahrt zum Gelingen dieses Festes beitrug.

Frohe Weihnachten, Happy Christmas, Mele Kalikimaka – mit diesen musikalischen Grüßen wurde das Publikum – bestens auf die kommenden Weihnachtstage eingestimmt – nach Hause entlassen.

(Harald Schiffers)

Alle Mitwirkenden sowie das gesamte Programm: Down Load: Weihnachtskonzert des FMG 2013


Fünftklässler bei „Momo“

Momo1Nicht viel reden, sondern zuhören: Dafür steht Momo, die Heldin des gleichnamigen Märchenromans von Michael Ende. Auf deren Spuren begaben sich kurz vor Weihnachten die Fünftklässler des FMG: Im Düsseldorfer Schauspielhaus verfolgten sie mit ihren Lehrerinnen und Lehrern eine Aufführung voller Leben und Lebensfreude.

Denn Momo kann nicht nur gut zuhören, sondern verkörpert zugleich Kreativität, Fantasie und Neugierde – und die vermeintliche Zeitverschwendung, die für alles andere unerlässlich ist. Die grauen Herren wollen den Menschen die Zeit stehlen und stacheln sie zu noch mehr Effektivität an, bevor die bunte Welt von Momo und ihren Freunden gerettet wird. Eine bewegliche Bühne, farbenprächtige Projektionen, Musik und Tanz: Die zeitgemäße Inszenierung gefiel den jungen Besucherinnen und Besuchern, die auch den Bezug zu ihrer oft schon hektischen (vorweihnachtlichen) Alltagswelt erkannten: „Zeit ist Leben, und das Leben wohnt in unseren Herzen.“  Schöne und besinnliche Feiertage!

Beerdigung von Paul Leuchtgens

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„Und wenn ein Mensch stirbt,
dann stirbt mit ihm sein erster Schnee
und sein erster Kuss und sein erster Kampf…
all das nimmt er mit sich.“

Mit diesen Worten des Dichters Jewgeni Jewtuschenko, einfühlsam während der Trauerfeier von Achim Warner vorgetragen, wurde jedem Einzelnen der Trauergemeinde schmerzlich bewusst, dass Paul Leuchtgens uns endgültig verlassen und dabei alles mitgenommen hat, was wir an ihm schätzten und was den Menschen Paul in seiner Einmaligkeit auszeichnete. Versuchte man noch zuvor das Unfassbare in Worte zu „fassen“, dem plötzlichen Tod das „Nicht-Verstehen-Können“ und das „Nicht-Erfassen-Können“ entgegenzusetzen, so ließen diese Worte des russischen Dichters keine Erklärungsversuche mehr zu: Paul Leuchtgens ist nicht mehr unter uns.

Eltern, Verwandte, das Kollegium, Freunde, Nachbarn, Vereinsfreunde, Sportkameraden, Einwohner aus Schelsen und Giesenkirchen – alle waren am Freitag, dem 13.12.2013, in großer Zahl zum Giesenkirchener Friedhof gekommen, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen – die meisten von ihnen konnten dem Trauergottesdienst nur außerhalb der Kapelle über Lautsprechern beiwohnen. Durch Achim Warners Rückblick, ergänzt durch persönlichen Erinnerungen und Angaben der Familie, dachte jeder noch einmal an Paul zurück: an seine liebenswerte, freundliche Art, die er jedem entgegenbrachte.

Anschließend der schwere Weg zur Grabstelle der Familie Leuchtgens, in der Paul Leuchtgens seine letzte Ruhe findet. Nach dem letzten Gebet und der abschließenden Segnung senkte sich die Fahne der „Bruderschaft St.-Josef-Schelsen“ über das offene Grab und zeichnete das Kreuz nach. In dieser schweren Stunde des Abschiednehmens waren die Gedanken der Trauergemeinde bei den Eltern, die ihren Sohn beerdigen müssen, und bei den Kindern, die den zu frühen Tod ihres Vaters erleiden müssen. Jeder nahm abschließend still von Paul Leuchtgens Abschied.

Auch wenn es schwerfällt, in dieser Situation irgendeinen Trost zu finden, so setzte Achim Warner der Angst vor dem Tode, vor einem befürchteten „Nichts“ nach dem Tode, den Glauben an die Liebe zwischen Gott und den Menschen und an ein Weiterleben bei Gott nach dem Tode entgegen. In dieser Liebe und Zuversicht, die er mit der geglaubten Liebe und dem hieraus entstehenden gegenseitigen Vertrauen von zwei sich liebenden Menschen verglich, schaffte es Achim Warner, dennoch Worte des Trostes und der Zuversicht zu finden.

In unseren Gedanken und Herzen wird das „Nichts“ nicht existieren – Paul Leuchtgens wird weiterleben.

Harald Schiffers

Zeitzeuge im Unterricht

Zeitzeuge„Wie sind Ihre Eltern und Lehrer im Nationalsozialismus mit Ihnen umgegangen? Wie haben Sie die Evakuierung aus Mönchengladbach 1944 erlebt? Kannten Sie jüdische Mitbürger?“ – Diese und viele weitere Fragen stellten die Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses der Jahrgangsstufe Q2 in dieser Woche einem Zeitzeugen: Matthias Wirth, der auch für den vor kurzem von der Mönchengladbacher Autorin Sabine Schwiers herausgegebenen Band „Gedankensteine“ interviewt wurde, stand den Kursteilnehmern sowie einigen interessierten Besuchern eine Stunde lang Rede und Antwort. Seine Enkelin Jessica hatte im Vorfeld den Kontakt hergestellt.

Herr Wirth, Jahrgang 1929, berichtete offen über seine Schulzeit im Dritten Reich, brachte sogar ein Zeugnis mit, das er Anfang der 40er-Jahre am Humanistischen Gymnasium erhalten hatte. Anhand von Fotos konnten die Lernenden verschiedene Lebensstationen des Mönchengladbachers nachvollziehen. Die Schülerinnen und Schüler lauschten gespannt den Anekdoten des heute 84-Jährigen und scheuten sich nicht Fragen zu stellen. Mit hoher Authentizität schilderte der Gast die Emigration des jüdischen Kinderarztes Dr. Eichelberg, die Evakuierung der Familie nach Halberstadt und den Abschied vom Vater. Von dem Tod des Wellensittichs, den der jüngere Bruder zunächst aus dem zerstörten Haus im Stadtteil Pesch gerettet hatte, bei der Rückkehr aus der sowjetisch besetzten Zone erzählte Herr Wirth noch nach dem Schellen detailreich und emotional.

Für die Schülerinnen und Schüler war dies eine Geschichtsstunde der besonderen Art, die keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird. Die Kursmitglieder und Besucher waren gefesselt und so begeistert, dass sie den Zeitzeugen bereits zu einer Fortsetzung der Veranstaltung im Januar eingeladen haben.

Regina Hollaus

Trauer um Paul Leuchtgens

Paul[1]Unser Kollege und Lehrer Paul Leuchtgens ist am Morgen des 8. Dezembers nach kurzer, aber schwerer Krankheit gestorben. Bis zuletzt hat er uns an seinem unerschütterlichen Optimismus teilhaben lassen – viel stärker erkrankt, als wir alle dachten.

Paul Leuchtgens hat 35 Jahre lang – überwiegend als Fachkonferenz-Vorsitzender – den Sportunterricht am Franz-Meyers-Gymnasium geprägt. Für die jüngeren Kolleginnen und Kollegen war er oft der erste Ansprechpartner. Er half und kümmerte sich, stellte Weichen, hatte stets ein offenes Ohr. Federführend organisierte er für mehrere Generationen von Schülerinnen und Schülern die Sporttage sowie die Skifahrten nach Krimml, als Fachwart der Stadt Mönchengladbach Jahr für Jahr die Handball-Stadtmeisterschaften.

Außerschulisch engagierte er sich nach seiner aktiven Laufbahn als Handballer auch in Amt und Würde für seinen Heimatverein SV Schelsen, auf dessen Sportplatz er von seinem Garten aus sehen konnte, unter anderem als Erster Vorsitzender.

Seine Schülerinnen und Schüler hat Paul Leuchtgens nicht zuletzt aufgrund seines hohen Einsatzes für den Sport begeistert. Viele von ihnen motivierte er zur Ausbildung als Sporthelferinnen und Sporthelfer. Im vergangenen Jahr begleitete er die Tennis-Mannschaft der Schule auf ihrem Weg zum Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin. Zu seinen ehemaligen Schülerinnen und Schülern hat er oft herzlichen Kontakt gehalten.

Wir sollten ihn so in Erinnerung behalten, wie er war: freundlich, pragmatisch, engagiert für seine Schülerinnen und Schüler und für unsere Schule.

Für die Schulgemeinde

Armin Bruder

Nachlese zum Tag der offenen Tür

TdOT 2013Was macht ein Bio-Champion? Wie knobelt man erfolgreich am Smartboard? Und wer schafft die Route im Kletterraum? – Eine Menge zu sehen und entdecken gab es für die Grundschülerinnen und Grundschüler, die am 30. November den Tag der  offenen Tür am FMG besuchten. So nahmen viele Viertklässlerinnen und Viertklässler rege an den Schnupperstunden in neun (neuen) Fächern teil, stellten neugierig Fragen bei den Führungen und erforschten quietschfidel das breite Angebot der Schule. Neben den zahlreichen Infoständen waren die Theaterproben und die Aktionen in der Sporthalle echte Renner auf der ersten Reise durch die Schule. Weitere Stationen waren häufig Kunst-Workshop, Lernbüro und die „Jugend-forscht“-Ausstellung. Derweil nutzten vor allem die Eltern die Veranstaltungen der Schulleitung und die Beratung über den bilingualen Zweig Deutsch-Englisch. Ein bewegtes Programm also, das auch so ausklang: Als der Vorlesewettbewerb der Sechstklässler in der Bibliothek entschieden war, sorgte die Big Band im FMG-Café für eine beschwingte Atmosphäre. Danke an alle Beteiligten!

Aufklärung über rechte Musik

Vortrag Rechtsradikale Musik Gym. Obpl. 25.05.05Kann Musik so sehr beeinflussen, dass sie gefährlich wird? – „Wie sollte sie?“, dachten viele Schülerinnen und Schüler des EF-Geschichtskurses von Frau Hüske, bevor Hans Joachim Stockschläger den Unterricht am FMG besuchte. Dort informierte der Mönchengladbacher Referent der Friedrich-Naumann-Stiftung, der mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zusammenarbeitet, über Strategien zur Verbreitung rechtsextremer Inhalte. Die Kursteilnehmerin Hannah Rütten verfasste dazu den folgenden Bericht.

Die Rede ist von rechtsextremer Musik – Musik, mit der Neonazis versuchen, die Jugend zu erreichen, mit Texten, durch die Jugendliche wie du und ich beeinflusst werden. Herr Stockschläger klärte umfassend über rechtsradikale Bands und „Künstler“ auf, deren musikalische Bandbreite von Metal über Mainstream bis zu Liedern für Dreijährige reicht. Es gebe vermeintlich harmlose Texte mit getarnten, aber klaren Aussagen gegen die Demokratie ebenso wie „krasse“ Texte mit brutalen Aussagen gegen Ausländer, Homosexuelle oder Juden. Herr Stockschläger machte auch darauf aufmerksam, dass Jugendliche neben der Verbreitung gewaltverherrlichender CDs vor allem durch das Internet und soziale Netzwerke von der rechten Szene erreicht werden. Er bat uns kritisch mit solcher Musik umzugehen und sich vor Augen zu führen, was die Texte aussagen. Also lasst euch nicht manipulieren und beeinflussen, sondern lest zwischen den Zeilen und steht zu eurer eigenen Meinung!

Vielen Dank an Herrn Stockschläger für eine außergewöhnliche Geschichtsstunde!

Anmerkung: Das Foto zeigt Herrn Stockschläger bei einem früheren Schulbesuch und wurde uns freundlicher Weise von ihm zur Verfügung gestellt.