Lerncoaching

Lerncoaching am FMG

Was ist Lerncoaching? 

Lerncoaching ist eine intensive und sehr wirksame Form der Kurzzeit-Beratung, die Schülern* bei unterschiedlichen Lernsituationen hilft. Der Lerncoach hilft dem Schüler, dem sogenannten „Coachee“, seine Lernsituation realistischer einzuschätzen sowie zu eigenen Zielen und Lösungsansätzen zu gelangen. Sie kann neue Motivation und Selbstvertrauen geben, Stärken fördern und neue Lernstrategien eröffnen. Coaching ermöglicht dem Schüler, seine Selbstwirksamkeit zu erfahren. Es orientiert sich an den Stärken statt an den Defiziten der Schüler und setzt auf die Aktivierung von Ressourcen, die jedem Menschen innewohnen. Dabei ist die Beziehungsebene zwischen Coach und Coachee von besonderer Bedeutung.

In vielen Fällen fragen Eltern und Schüler den Lehrer nach der Lösung oder einem Weg, um z.B. Lernprobleme zu beseitigen. Dieses Rollenverständnis kann jedoch leicht dazu führen, dass die vorgegebene Lösung nicht zum Schüler in seiner Lebensrealität passt. Diese Passung ist aber elementar für einen erfolgreichen Lernprozess. Der Schüler realisiert, dass er für den Gelingensprozess verantwortlich ist, der Coach nimmt lediglich eine den Prozess flankierende Position auf Augenhöhe ein; er gibt keine Lösungen vor. Grundsätzlich basiert Lerncoaching auf den Ergebnissen der Hirn- und Motivationsforschung der letzten zehn Jahre.

CoachingWas soll das bringen?

Lerncoaching hilft den Schülern im schulischen Alltag beispielsweise bei

  • Fragen des Zeit- und Lernmanagements
  • Fragen zu individuellen Lernprozessen
  • Blackouts und Prüfungsangst
  • Lern- und Motivationsproblemen
  • „Chaos“ im Kopf
  • Konzentrationsproblemen
  • Schulstress etc.

Coaching – für wen?

Grundsätzlich können sich alle Schüler, egal welchen Alters, für ein Coaching anmelden. Zudem haben wir am FMG für unser Lerncoaching-Projekt für das Schuljahr 2017/18 die Jahrgangsstufe 7 als Zielgruppe gewählt. Schüler dieser Altersgruppe sind durch das Einsetzen der Pubertät häufig nicht in der Lage, das eigene Lernen so zu strukturieren bzw. umzusetzen, wie sie es eigentlich möchten.

Coaching soll hier, aber auch in der Übergangsphase zwischen der Sekundarstufe I und dem ersten Jahr der Oberstufe, als wesentlicher Baustein eines behutsamen Lern- und Übergangsmanagements dienen.

Allen Schülern der Klasse 7 wird das Konzept und die konkrete Umsetzung eines Coachings zu Beginn des Schuljahres vorgestellt. Coaching stellt ein Angebot dar und basiert stets auf Freiwilligkeit. Die Schüler können sich mit einem Coach entweder persönlich oder per Formular in Verbindung setzen. Das Formular ist hier erhältlich.

Jeder Coach hat feste Sprechzeiten. Den Termin teilt der Coach dem Schüler mit. Sollte es Terminschwierigkeiten geben, so wird der Coach zusammen mit dem Schüler sicher eine Lösung finden.

Die Lerncoaches

Unsere Lerncoaches sind umfassend in den Bereichen professionelle Gesprächsführung und lösungsorientierte Beratung fortgebildet. Grundlegend orientieren wir uns an NICOLAISEN, T./PALLASCH, W./ KÖLLN, D. und dem „Zürcher Ressourcenmodell“ (u.a. STORCH, M.), ebenso an der „Gewaltfreien Kommunikation“ im Sinne MARSHALL B. ROSENBERGs.
Sechs Kolleginnen und Kollegen haben bereits eine umfangreiche Qualifikation erworben.

FAQs

Wie funktioniert ein Coaching?
Die Schüler, die ein Coaching wünschen (Coachees) entscheiden, was angesprochen werden soll, wie das Gespräch verläuft, wann das Gespräch zu Ende geht, ob es ein weiteres Gespräch gibt…

Erfahren Eltern, Mitschüler oder andere Lehrer von einem Coachinggespräch?
Ein Coachinggespräch ist immer streng vertraulich, die Inhalte „verlassen“ niemals den Coachingraum! Der Coachee entscheidet alleine, ob er Dritte informiert.

Was ist der Unterschied zwischen Nachhilfe und Lerncoaching?
Lerncoaching füllt keine Wissenslücken in Deutsch, Mathe, Englisch usw. auf. Die Coaches können aber helfen, Lernstrategien in einzelnen Fächern zu verbessern.

Wann finden die Coachingsitzungen statt?
Das Lerncoaching findet in der Regel in den Sprechstunden des Lerncoaches statt. Diese hängen am Beratungsraum (R254) aus. Der Lerncoach einigt sich mit den Coachees auf einen Termin. Sollte Unterricht versäumt werden, so erhalten die Coachees eine schriftliche Entschuldigung für den jeweiligen Fachlehrer.

Was kann Lerncoaching nicht leisten?

Manchmal sind Probleme so komplex und gehen weit über das Thema „Lernen“ hinaus. Hierfür steht das Beratungsteam zur Verfügung. Frau Vollbach und Herr Warner sind in diesem Fall die geeigneteren ersten Ansprechpartner. Sie werden von weiteren Kolleginnen und Kollegen unterstützt.

Haben Schüler der Sekundarstufe I konkret Probleme in einem Fach, möchten sie gezielt für eine Klassenarbeit üben oder ein Thema vertiefen, dann sind Lernbüro (5./6. Klasse), Lernbegleitung (ab Klasse 7) oder das Lerntutorium im Rahmen unseres Förderunterrichts in Mathematik die richtigen Maßnahmen. Bei Fragen können Sie bzw. die Schüler die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer kontaktieren.

Lerncoaching ist kein „Allheilmittel“, jedoch setzt es in der Regel Impulse, so dass die jeweilige Situation für den Coachee zumindest um einiges besser handhabbar ist als vorher.

Wenn die Schüler unsicher sind, wo der Schuh genau drückt, dann können wir auch in einem ersten Coachinggespräch herausfinden und gemeinsam überlegen, welches Beratungs- und Förderangebot das jeweils passende ist.

Das Beratungs- und Fördersystem am FMG
Grafik Lerncoaching

Evaluation

Das Projekt soll nach drei Jahren (2019/20) in einem größeren Rahmen evaluiert werden. Am Ende eines jeden Schuljahres erscheint ein kurzes Feedback aller Beteiligten in schriftlicher Form sinnvoll.

Mo, 12.11.2017