Exkursionen nach Xanten und Lüttich

Anfang Mai standen geschichtsträchtige Exkursionen für unsere Achtklässler auf dem Programm: Die Lateiner fuhren mit Herrn J. Jansen zur Colonia Ulpia Traiana (heute der Archäologische Park Xanten, APX), und für die Französisch-Schüler mit Frau Hommen und Herrn Mrosek war die Maas-Metropole Lüttich in Wallonien das Ziel.

Auf dem Gelände des APX wurden die teilrekonstruierten Gebäude der ehemaligen römischen colonia im Rahmen einer Führung besichtigt. Live-Darbietungen und Displays boten einen Einblick in die antike Lebenswelt der zweitgrößten römischen Zivilstadt der Provinz Germania Inferior. Zudem konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Lateinkenntnisse an diversen Inschriften ausprobieren.

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Die alte Handelsstadt Lüttich eröffnete den Exkursionsteilnehmern mit ihrem modernisierten Zentrum und den historischen Bauten eine gute Möglichkeit, Französisch als Alltagssprache zu erleben und zugleich etwas über die Stadtgeschichte von den Römern bis heute zu erfahren. Eine Rallye vermittelte auch Hintergründe zu Lüttichs Rolle als Zentrum eines Altindustrieraums.

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Zeitzeuge im Unterricht

Zeitzeuge„Wie sind Ihre Eltern und Lehrer im Nationalsozialismus mit Ihnen umgegangen? Wie haben Sie die Evakuierung aus Mönchengladbach 1944 erlebt? Kannten Sie jüdische Mitbürger?“ – Diese und viele weitere Fragen stellten die Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses der Jahrgangsstufe Q2 in dieser Woche einem Zeitzeugen: Matthias Wirth, der auch für den vor kurzem von der Mönchengladbacher Autorin Sabine Schwiers herausgegebenen Band „Gedankensteine“ interviewt wurde, stand den Kursteilnehmern sowie einigen interessierten Besuchern eine Stunde lang Rede und Antwort. Seine Enkelin Jessica hatte im Vorfeld den Kontakt hergestellt.

Herr Wirth, Jahrgang 1929, berichtete offen über seine Schulzeit im Dritten Reich, brachte sogar ein Zeugnis mit, das er Anfang der 40er-Jahre am Humanistischen Gymnasium erhalten hatte. Anhand von Fotos konnten die Lernenden verschiedene Lebensstationen des Mönchengladbachers nachvollziehen. Die Schülerinnen und Schüler lauschten gespannt den Anekdoten des heute 84-Jährigen und scheuten sich nicht Fragen zu stellen. Mit hoher Authentizität schilderte der Gast die Emigration des jüdischen Kinderarztes Dr. Eichelberg, die Evakuierung der Familie nach Halberstadt und den Abschied vom Vater. Von dem Tod des Wellensittichs, den der jüngere Bruder zunächst aus dem zerstörten Haus im Stadtteil Pesch gerettet hatte, bei der Rückkehr aus der sowjetisch besetzten Zone erzählte Herr Wirth noch nach dem Schellen detailreich und emotional.

Für die Schülerinnen und Schüler war dies eine Geschichtsstunde der besonderen Art, die keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird. Die Kursmitglieder und Besucher waren gefesselt und so begeistert, dass sie den Zeitzeugen bereits zu einer Fortsetzung der Veranstaltung im Januar eingeladen haben.

Regina Hollaus

Aufklärung über rechte Musik

Vortrag Rechtsradikale Musik Gym. Obpl. 25.05.05Kann Musik so sehr beeinflussen, dass sie gefährlich wird? – „Wie sollte sie?“, dachten viele Schülerinnen und Schüler des EF-Geschichtskurses von Frau Hüske, bevor Hans Joachim Stockschläger den Unterricht am FMG besuchte. Dort informierte der Mönchengladbacher Referent der Friedrich-Naumann-Stiftung, der mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zusammenarbeitet, über Strategien zur Verbreitung rechtsextremer Inhalte. Die Kursteilnehmerin Hannah Rütten verfasste dazu den folgenden Bericht.

Die Rede ist von rechtsextremer Musik – Musik, mit der Neonazis versuchen, die Jugend zu erreichen, mit Texten, durch die Jugendliche wie du und ich beeinflusst werden. Herr Stockschläger klärte umfassend über rechtsradikale Bands und „Künstler“ auf, deren musikalische Bandbreite von Metal über Mainstream bis zu Liedern für Dreijährige reicht. Es gebe vermeintlich harmlose Texte mit getarnten, aber klaren Aussagen gegen die Demokratie ebenso wie „krasse“ Texte mit brutalen Aussagen gegen Ausländer, Homosexuelle oder Juden. Herr Stockschläger machte auch darauf aufmerksam, dass Jugendliche neben der Verbreitung gewaltverherrlichender CDs vor allem durch das Internet und soziale Netzwerke von der rechten Szene erreicht werden. Er bat uns kritisch mit solcher Musik umzugehen und sich vor Augen zu führen, was die Texte aussagen. Also lasst euch nicht manipulieren und beeinflussen, sondern lest zwischen den Zeilen und steht zu eurer eigenen Meinung!

Vielen Dank an Herrn Stockschläger für eine außergewöhnliche Geschichtsstunde!

Anmerkung: Das Foto zeigt Herrn Stockschläger bei einem früheren Schulbesuch und wurde uns freundlicher Weise von ihm zur Verfügung gestellt.